Der Pro Tour Kalender 2024

Beachvolleyball - International - Olympia - WM

 

Volleyballworld hat am Freitag den neuen Rahmenkalender für die Beachvolleyballsaison 2024 veröffentlicht. Die dritte Saison der Pro Tour hat eine besondere Relevanz, die euch nicht entgangen sein wird. 2024 ist Olympisches Jahr! In der ersten Jahreshälfte (bis zum 10. Juni) werden die Punkte zur Qualifikation für die Olympischen Spiele gesammelt. Wie immer bietet der Kalender Stoff für Diskussionen, einige freuen sich, einige meckern! Gemeinsam wollen wir die verschiedenen Aspekte Schritt für Schritt durchgehen.

 

 

Was uns sehr gut gefällt:

Ikonische Spielstätten sind zurück auf der Karte. Die Dauerbrenner Ostrava, Gstaad und Hamburg sind zurück und veranstalten jeweils ein Elite 16. Ostrava wird dabei besonders interessant, denn dort werden die letzten Punkte für Olympia vergeben. Das beste Turnier der Welt in Wien konnte sich das erste mal mit der Pro Tour einigen und richtet ebenfalls ein E16 Event aus. Das wurde auch Zeit nach einer zweijährigen Pause, wo nur mit der CEV zusammen europäische Events ausgetragen wurden. Ein weiteres Schmankerl fällt den langjährigen Zuschauern direkt ins Auge. Stare Jablonki richtet ein Challenge Turnier aus. An diesem ikonischen Ort machte die World  Tour zwischen 2004 und 2015 in jedem Jahr halt und 2013 fand dort sogar die Weltmeisterschaft statt. Wir freuen uns auf die Rückkehr der beliebten polnischen Turniere.

Der Kalender ist da. Man kann sich auch über die einfachen Dinge freuen. Der Kalender ist veröffentlicht und das noch in 2023. Durch die letzten Jahre sind wir in Deutschland von späten Terminveröffentlichungen gezeichnet. Dass wir nun schon früh im Dezember die Termine für die höchste deutsche Tour und die höchste internationale Tour haben, ist eine willkommene Abwechslung und daran kann man sich gewöhnen.

Was uns auffällt: 

Brasilien hat Bock. Mit vier! Turnieren steht Brasilien einsam an der Spitze der Ausrichter-Länder. Es freut uns, dass der Sport in sein Heimatland zurückkehrt, dennoch war es wahrscheinlich ein Mangel an Alternativen, der diesen brasilianischen Overload zu verantworten hat.

Der September. Im September findet kein einziges Challenge oder E16 Event statt. Dass dort weniger Turniere stattfinden ist nicht ungewöhnlich, denn in diesem Monat finden in den meisten Ländern (zumindest in Europa) die nationalen Meisterschaften statt. Ein September so ganz ohne Turniere ist allerdings doch eher die Seltenheit.

Was uns nicht so gut gefällt:

Die europäischen Events sind irrelevant. So sehr man sich auch über die Rückkehr der oben genannten Turniere freuen kann, so glanzlos werden sie aus sportlicher Sicht wahrscheinlich ausfallen. In Portugal, Stare Jablonki und Ostrava werden die letzten Punkte für Olympia vergeben und wir können uns dort auf ein spannendes Finale um die begehrten Plätze einstellen. Doch danach folgt die Deadline für die Weltrangliste. Gstaad und Wien liegen nach der Deadline und vor den Olympischen Spielen. Dort werden viele der Teams, die in Paris um Medaillen spielen möchten, sich nicht mit anstrengenden Turnieren aufhalten. Eher kann man davon ausgehen, dass viele Challenge Teams sich hier für die neue Saison in eine gute Position bringen werden und ein paar „einfache“ Punkte ergattern wollen. Hamburg liegt ein paar Wochen nach Olympia. Hier werden sich die Teams noch nicht für den neuen Zyklus formiert haben und die Spitzenteams sind vermutlich im wohlverdienten Urlaub. Nicht die besten Vorzeichen für gelungene Beachvolleyball-Großevents.

Keine Challenger im Sommer. In den Monaten Juni, Juli, August und September ist kein einziges Challenge Event im Kalender zu finden. Das könnte für einige Teams eine ziemliche Kerbe in die Periodisierung und die Budgets schlagen. Die nationalen Tours werden sich freuen, dass ihre Teams zu Hause bleiben und sicherlich werden die gerade erwähnten E16 Events vielen Challenge Teams eine Heimat bieten, aber eine viermonatige Lücke im Kalender lässt schon einige Fragen offen.

Das Jahresende ist spärlich. Zusätzlich zum nicht vorhandenen September, folgen danach noch vier Turniere, wovon eines das Final ist. Im Gegensatz zum vollgepackten ersten Halbjahr lässt dies etwas zu wünschen übrig. Dem selbst gesetzten Ziel von VBWorld zum Jahresende in Asien unterwegs zu sein, macht Joaoa Pessoa einen Strich durch die Rechnung. Das Turnier hat in diesem Jahr zwar Spaß gemacht, passt allerdings nicht ganz in den Plan.

Doha. Es sollte jedem klar sein, warum die Pro Tour (und KOTC) so oft in Doha gastieren. Darüber kann man denken, was man möchte, allerdings kommen zu offensichtlichen moralischen Bedenken auch simple beachvolleyballerische Wünsche hinzu. Bei Pro Tour Final war auch in diesem Jahr wieder eine hohe sportliche Qualität zu sehen, leider wurde die Kulisse dessen nicht gerecht. Leere Tribünen und eine trostlose Anlage sind für die Zuschauer:innen und die Athlet:innen nicht die Belohnung, die sie verdienen. Ich würde mir wünschen, dass das Final nicht jedes Jahr in Doha ausgetragen wird, nur weil sie die Preisgelder aus der Portokasse zahlen können. Dort sind VBWorld und die Ausrichterverbände gefragt, dem Turnier wieder den Charakter zurückzugeben, den es einst hatte.

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